BPA frei – Was heißt das eigentlich?

BPA verursacht hormonelle Veränderungen und fördert Krankheiten. Leider sind viel zu wenige Produkte BPA frei. Gerade Kunststoffwaren enthalten zumeist BPA. Und das Gefährliche daran: Der toxische Stoff landet nachweislich immer häufiger in unserem Körper. Leider gibt es kaum unbedenkliche Alternativen. Umso wichtiger ist es deshalb zu wissen: Wo ist BPA enthalten? Und welche Produkte sind BPA frei?

Das ist BPA

BPA ist das Kürzel für Bisphenol A. Dabei handelt es sich um einen rein synthetischen Stoff. BPA hat den großen Vorteil, dass es unterschiedliche Kunststoffe miteinander verbinden kann. Das ermöglicht die Produktion diverser Plastik- aber auch Metallprodukte. Deshalb hat es für die Industrie mittlerweile unverzichtbar geworden.

BPA hört man oft auch im Zusammenhang mit Weichmachern. Das liegt insbesondere daran, dass beide Stoffe für ihre Gesundheitsrisiken bekannt sind. Bei Weichmachern handelt es sich in der Regel um Öle oder Harze, die Kunststoffen zugesetzt werden, um sie elastisch zu machen. Bisphenol A hingegen ist ein Zwischenprodukt, welches bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt wird. Es ist auch Bestandteil einiger Weichmacher.

Hier ist BPA drin!

Bevor ich zu den gesundheitlichen Risiken komme, schauen wir uns doch erst einmal an, in welchen Produkten wir üblicherweise Bisphenol A finden. Bei der Recherche dazu habe ich mich gefragt: Was in dieser Welt ist eigentlich noch BPA-frei? Dies hier sind nur ein paar Beispiele:

Metallbeschichtungen

  • Konservendosen
  • Getränkedosen
  • Metalltrinkflaschen
  • Wasserkocher

Kunstharz

  • Klebstoff
  • Lack
  • Farbe

Tanks

  • Abwasserbehälter
  • Swimmingpool
  • Weinlagerung

Beschichtung von Thermopapieren (seit 2020 verboten)

  • Fahrkarten
  • Kassenbons
  • Parktickets

Alltägliche Artikel

  • Lebensmittelverpackungen
  • Schnuller, Babyflaschen und Schnabeltassen (seit 2011 verboten) und
  • Plastikspielzeug
  • Plastikbesteck
  • CDs, DVDs, Blue-rays
bpa frei

Bild von Braxmeier auf Pixabay

Laut Umweltbundesamt werden EU-weit pro Jahr 1,15 Millionen Tonnen BPA produziert.

BPA-frei – Gesundheitsrisiken durch Bisphenol A

Wir stellen also bis hierhin fest: BPA ist mittlerweile unverzichtbar für eine ganze Menge an Produkten. Und zwar vor allem Produkte, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Lebensmitteln stehen. Könnte es sein, dass wir also über die Nahrung BPA aufnehmen? Und falls ja – Ist das schädlich?

BPA-frei ist heutzutage fast gar nichts mehr

Eines ist leider sicher: Bisphenol A bleibt nicht da, wo es bleiben soll. Wie sonst kann es dazu kommen, dass es in Kläranlagen, Oberflächengewässern und Flusssedimenten nachgewiesen wurde. Die Antwort: Es liegt nicht nur daran, dass man BPA bei der Auskleidung von Wasserleitungen verwendet. Du kannst davon ausgehen, dass wir BPA essen und trinken. Und über die Ausscheidung landet es eben in der Kläranlage.

So nehmen wir BPA auf

Bisphenol A kann grundsätzlich durch Reibung abgegeben werden. Wenn Du also ein BPA-haltiges Produkt anfasst, kann es bereits passieren, dass Du den Stoff bereits an den Fingern hast. Besonders begünstigt wird die Freisetzung von BPA jedoch durch Erwärmung. Je höher die Temperatur, desto mehr wird abgegeben. Zusätzlich kann die Reaktion mit Säuren oder Laugen die Abgabe von Bisphenol A verursachen. Schon kleine Materialkratzer deuten auf die Extraktion von BPA hin.

Was heißt das jetzt ganz konkret? Nehmen wir an, Du verwendest eine BPA-haltige Trinkflasche: Verwendest Du ein aggressives Spülmittel oder reinigst die Flasche mit besonders heißem Wasser, kannst Du sicher sein, dass BPA in Deinem Körper landet.

Es reicht sogar schon aus, wenn Du ein heißes Getränk in einem BPA-haltigen Behälter transportierst. Der Stoff geht mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Flüssigkeit über.

BPA-frei – Gesundheitsrisiken von Bisphenol A

bpa frei

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland können bereits winzige Mengen BPA den Hormonhaushalt beeinträchtigen. Dazu gibt es bereits zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen.

Im menschlichen Organismus ist es in der Lage als Östrogen-Ersatz zu wirken. Dies kann zu geringerer Fruchtbarkeit oder Frühreife sowie zu Verhaltensstörungen führen. Es kann auch Krankheiten wie Diabetes, Leberprobleme und Fettleibigkeit begünstigen. Bei Föten kann es zu Fehlbildungen und niedrigem Geburtsgewicht kommen.

Deshalb ist Bisphenol A trotzdem erlaubt

Trotz der Vielzahl an Studien konnte die Wissenschaft die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch BPA noch nicht unwiderlegbar nachweisen. Deshalb hat die Gesetzgebung die Verwendung bisher nur in geringem Maße eingeschränkt.

Dass die EU Bisphenol A als besonders besorgniserregend anerkennt, ist nur ein schwacher Trost. Dies führt immerhin dazu, dass der Stoff auf die sogenannte REACH-Liste aufgenommen wurde. REACH steht für „Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe“. Langfristiges Ziel ist es, Stoffe dieser Liste zu ersetzen und Alternativen zu fördern.

Pergafast 201 – die Alternative zu BPA

Stellt sich nur noch die Frage: Was wäre denn eine gute Alternative zu BPA? Man könnte den Stoff in vielerlei Hinsicht ersetzen. Bedauerlicherweise sind aber viele der Alternativen ebenfalls hormonell schädlich. Das Umweltbundesamt berichtet, dass von 44 geprüften Alternativen lediglich ein einziger Stoff unbedenklich ist. Und das ist Pergafast 201.

Pergafast 201 wird insbesondere bei Thermopapier verwendet – also Kassenbons, Parktickets, etc. Ganz unbedenklich ist der Stoff aber leider auch nicht. Gelangt es in die Gewässer, leiden Wassertierchen darunter.

Welche Produkte sind BPA-frei?

Um sicher zu gehen, empfehle ich Dir die App „Scan4Chem„. Mit der App kannst Du die Produkte einscannen und es wird Dir angezeigt, ob es besorgniserregende Stoffe enthält.

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Möchtest Du noch mehr darüber wissen, welche Substanzen unseren Planeten überschwemmen und damit leider auch von uns über die Nahrung aufgenommen werden? Lies meinen Artikel „Mikroplastik – Ein Problem, das niemand sieht“!