Klimawandel Folgen in Bildern, Zahlen und Fakten

Bild: H. Braxmeier (Pixabay)

Bereits jetzt sind die Folgen des Klimawandels überall auf der Welt spürbar. Dass das Wetter extremer geworden ist und die Polkappen schmelzen, lässt sich nicht nur anhand von Statistiken belegen. Es ist für das bloße Auge sichtbar. Nicht nur die Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt hat sich reduziert. Auch viele Menschen – vor allem die Armen – kämpfen durch die Klimawandel Folgen ums Überleben.

Was ist der Klimawandel?

Auch wenn es wissenschaftlich gesehen nicht ganz korrekt ist, verwenden wir das Wort „Klimawandel“ als Synonym für die globale Erwärmung. Die Erwärmung der Erde ist aber genau genommen nur die aktuelle Phase des Klimawandels. Während es in der geologischen Zeitskala immer wieder Phasen der Abkühlung gab, wurde der Planet in den letzten Jahrzehnten immer wärmer. Der Klimawandel beschreibt also genau genommen die gesamte Bandbreite: Also sowohl Phasen der globalen Erwärmung als auch der Abkühlung. In der gesamten Klimageschichte befinden wir uns aktuell in einer sogenannten Kaltzeit.

Der Klimawandel existiert. Und das seitdem es unseren Planeten gibt. Ob wir Menschen die globale Erwärmung verursachen oder ob es sich um eine ganz natürliche Phase der Erdzeitgeschichte handelt: Darüber streiten sich die Gelehrten. Eine große Mehrheit der Studien sieht aber den Menschen als Verursacher der Erderwärmung. Mehr über die Ursachen des Klimawandels erfährst Du hier!

Klimawandel Folgen

Wo stehen wir im Jahr 2021? Was ist schon passiert? Und was passiert, wenn sich das Klima weiterhin verändert? Was sagen die Statistiken und was ist für das bloße Auge sichtbar?

Vor 200 Jahren sah die Welt anders aus als heute. Das liegt einerseits daran, dass wir Menschen im Zuge der Bevölkerungsexplosion immer mehr in die Natur eingegriffen haben. Andererseits ist der Grund dafür die aktuelle Phase des Klimawandels. Wer nun für die Folgen der Erderwärmung verantwortlich ist, dazu musst Du Dir Deine eigene Meinung bilden.

Alles über die Folgen des Klimawandels erfährst Du in meinem Video und in diesem Beitrag unterhalb des Videos.

 

Klimawandel Folgen – Das sagen die Zahlen

Das Umweltbundesamt schreibt: Seit Beginn der Industrialisierung – also sprechen wir von 150 bis 200 Jahren – ist die Konzentration von CO2 weltweit um 44 % gestiegen. Die 10.000 Jahre davor war sie nahezu konstant.

Je mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sind, desto weniger Sonnenwärme kann zurück ins All reflektiert werden. Die Folge: Erderwärmung! Die bedeutendsten Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O), was Du auch unter dem Namen Lachgas kennst.

 

Die Konzentration von Kohlendioxid, Methan und Lachgas steigt weltweit weiterhin Jahr für Jahr an. Der Wetterdienstleister tempsvrai.com zeigt, dass dadurch die Erde sowohl in Bezug auf Wasser als auch Luft kontinuierlich an Wärme zugenommen hat. Besonders stark stieg die Temperatur ab den 1970er Jahren.

Globale Temperatur

Grundlage für das Diagramm sind Messungen an den weltweit verfügbaren Wetterstationen. Laut dieser Quelle hat die weltweite Lufttemperatur um 1 °C zugelegt. Und die Weltmeere sind seitdem laut Statista im Mittelwert um 0,77 °C wärmer geworden.

Was bedeuten schon Statistiken, wenn man das Resultat nicht konkret vor Augen hat? Empfehlen kann ich Dir dazu die Doku-Serie „Unser Planet“ auf Netflix und den zugehörigen DuMont Bildband „Unser Planet“. Hier siehst Du, wie vielfältig und schön unsere Erde NOCH ist. Zugleich wird aber auch das bisherige Ausmaß der Umweltveränderungen mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert.

Klimawandel Folgen – Welche Auswirkungen hat der Klimawandel?

Wie wirken sich denn nun die Folgen der Klimaerwärmung konkret aus? Was bedeutet es, dass der Planet um 1° C wärmer geworden ist? – Der Klimawandel ist an verschiedenen Stellen auf der ganzen Welt sichtbar:

Extremes Wetter

Aus den Ozeanen verdunstet mehr Wasser, das letztlich von den Wolken aufgenommen wird. Dies führt zu extremerem Wetter. Einerseits mehr Starkregenfälle und Unwetter, andererseits Dürren. Im Ergebnis stehen Bodenverluste, ausgetrocknete Seen und Flüsse sowie Waldbrände; vor allem aber Wassermangel.

Auf der anderen Seite gibt es immer häufiger Hochwasser, wie wir sie auch als Klimawandel-Folgen in Deutschland schon häufiger gesehen haben. Das Resultat sind Klimawandel-Folgen nicht nur für den Menschen sondern auch für Tiere. Denn das alles nimmt nicht nur Tieren ihre Lebensgrundlage (das Artensterben hat bereits begonnen). Es kostet Tausende von Menschenleben.

Bild: H. Braxmeier (Pixabay)

Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft hat ermittelt, dass die durch Naturkatastrophen verursachten Schadensereignisse seit 1980 von rund 250 auf über 800 gestiegen sind. Mehr dazu erfährst Du in meinem Artikel „Klimawandelfakten – 7 Beweise für die Veränderung des Klimas“.

Mehr heiße Tage

Dem nachfolgenden Diagramm des Umweltbundesamtes kannst Du entnehmen, dass die Anzahl heißer Tage seit 1950 Jahr für Jahr großen Schwankungen unterliegt. Sehr wohl ist aber im Mittel eine Steigerung zu erkennen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) spricht man von einem heißen Tag, wenn die Lufttemperatur mindestens 30 °C erreicht.

Klimawandel Fakten

Quelle: Umweltbundesamt

Polkappen schmelzen

In den letzten 40 Jahren ist die Fläche der Arktis um 39 % zurückgegangen. Und der antarktische Eisschild ist um 6 % geschrumpft. In der Zeit zwischen 2009 und 2018 hat die Antarktis jährlich über 250 Milliarden Tonnen Eis verloren. Diese Daten hat das National Snow and Ice Data Center erhoben.

Infografik: Schmelzende Pole | Statista Quelle: Statista

Neben den Polen schmelzen auch die Gletscher in den Hochgebirgen dahin. Für Betreiber von Skigebieten ist es lediglich ein wirtschaftlicher Verlust. In der Tierwelt bedeutet es Artensterben im großen Stil.

Steigender Meeresspiegel

Und wenn das arktische Eis schmilzt, steigt der Meeresspiegel. Aktuell sind wir allein seit 1993 bei einem Plus von 9,3 cm. Sturmfluten und die Versalzung von Böden verursachen gerade bei am Meer gelegenen Städten Existenzängste.

Während Industriestaaten noch durch ihre wirtschaftliche Kraft Maßnahmen ergreifen können, gibt es schon jetzt Umweltflüchtlinge aus Entwicklungsländern.

Den Anstieg des Meeresspiegels hat die NASA festgestellt. Er kommt vor allem durch thermische Expansion zustande. Denn Wasser dehnt sich bei einem Temperaturanstieg aus, solange es nicht weniger als 4 °C kalt ist. Darüber hinaus steigt der Meeresspiegel durch die Zuführung von flüssigem Wasser. Denn wenn in der Antarktis und Grönland das Eis schmilzt, geht es in die Ozeane über.

Infografik: Der Meeresspiegel steigt kontinuierlich | Statista Quelle: Statista

Darüber hinaus werden die Meere sauer: Auch der Ozean nimmt einen Teil der erhöhten CO2-Menge aus der Luft auf. Kohlenstoffdioxid reagiert hier mit Wasser und es bildet sich Kohlensäure (Carbonat). Die wiederum zerfällt in Wasserstoff und Bicarbonat. Die Folge: Der pH-Wert im Meer sinkt. Die Umwandlung von Carbonat in Bicarbonat bewirkt, dass viele für das Ökosystem elementare Meeresorganismen (vor allem Korallenriffe) nicht genug Energie haben, ihren Kalkgehalt zu erneuern.

Flora und Fauna verändern sich

Ein Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) stellt ein erhebliches Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt in den vergangenen Jahrzehnten fest. Und diese Zahlen gehen daraus hervor. Nicht alle davon stehen in direktem Zusammenhang mit der Erderwärmung. Da es aber zumindest auch mittelbare Kausalitäten gibt, möchte ich sie nicht unerwähnt lassen:

  • 85 % der Feuchtgebiete sind bereits zerstört.
  • Seit dem späten 19. Jahrhundert sind rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden.
  • 9 % aller Nutztierrassen sind ausgestorben.
  • 23 % der Landfläche des Planeten gelten als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden.
  • Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht die Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • Durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Mio. Menschen gefährdet.
  • Die globale Rate des Artensterbens ist mindestens um den Faktor 10 bis 100e Male höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Mio. Jahre.
  • In der Zeit von 1980 bis 2000 wurden 100 Mio. Hektar tropischer Regenwald abgeholzt. Weitere 32 Mio. Hektar allein zwischen 2010 und 2015

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Deutschland?

Auch hierzulande wird das Wetter extremer. Hochwasser und Dürren häufen sich. Und es gibt immer mehr heiße Tage. Der Deutsche Wetterdienst schreibt in seinem Klimareport für das Land Niedersachsen: „In Niedersachsen ist es im Mittel 1,5 °C wärmer geworden seit 1881, die Niederschlagsmenge hat sich seitdem um 15 % erhöht. Die Vegetationsperiode setzt überwiegend früher ein, insbesondere im Frühjahr um 10 bis 16 Tage eher, und sie hat sich seit 1961-1990 um knapp 20 Tage verlängert.“

Und Spiegel Online schrieb bereits im Jahr 2017, dass auch im Zuge des Artensterbens von Insekten die Zahl der Vögel extrem sinkt. So ist beispielsweise der Bestand an Rebhühnern zwischen 1990 und 2013 um 84 % eingestürzt. Darüber hinaus gedeiht der Eichenprozessionsspinner seit ein paar Jahren ebenfalls wegen der gestiegenen Temperaturen so gut.

Klimawandel Folgen

Bild: Rebekka D (Pixabay)

Um dem steigenden Meeresspiegel und den häufiger werdenden Sturmfluten der Nord- und Ostsee zu widerstehen, baut man außerdem höhere Deiche.

Klimawandel-Folgen – Das erwartet unsere Erde im Jahr 2050

Die bisherigen Folgen der Erderwärmung haben zumindest mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich helfen muss, die Erderwärmung aufzuhalten. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass wir Menschen für den rapiden Temperaturanstieg auf unserem Planeten verantwortlich sind. Doch auch wenn Du anderer Meinung bist, gibst Du mir hoffentlich recht, dass wir sorgsamer mit der Natur umgehen müssen.

Auch die internationale Klimapolitik ist der Meinung, dass wir in der Lage sind, den Klimawandel aufzuhalten. Deshalb hat sie bis zum Jahr 2100 die Zwei-Grad-Grenze gegenüber der vorindustriellen Zeit festgesetzt. Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Staatengemeinschaft darauf festgelegt „möglichst“ 1,5 Grad Celsius nicht zu überschreiten. 

 

Auch wenn es kein anthropogener Klimawandel wäre – also von Menschen gemacht. Auch wenn wir nichts gegen den Klimawandel aussetzen könnten: Lasst uns weniger konsumieren! Und lasst uns nur noch diejenigen Dinge konsumieren, die die geringsten Umweltauswirkungen haben.

Was passiert, wenn das 2 Grad Ziel nicht erreicht wird?

Denn wie sieht unsere Zukunftsprognose aus? Gehen wir mal davon aus, dass die Erdbevölkerung weiterhin wächst und wir weltweit nichts an unserem Konsumverhalten ändern. Dann werden wir das 2-Grad-Ziel nicht einhalten können (falls die 2 Grad Celsius überhaupt ausreichend sind.)

  • Das extreme Wetter wird sich verschärfen.
  • Die Zahl der Umweltflüchtlinge wird aufgrund des steigenden Meeresspiegels ein deutliches Ausmaß annehmen. Unterschiedliche Studien prognostizieren Steigungen zwischen 30 cm und 1,70 m. Wenn nichts passiert, können wir uns nicht nur von den Philippinen und den Fidschi-Inseln verabschieden. Sylt und andere Inseln kämpfen bereits jetzt gegen das Meer an.
  • Laut Biodiversitätsrat wird der Bestand an Korallenriffen um bis zu 99% bis 2050 reduziert sein. Das wäre eine Katastrophe für die Artenvielfalt in den Meeren. Und letztlich auch für die Menschen, die von der Fischerei leben.

Auch für die Forscher ist es schwer abzuschätzen, welches Ausmaß die Folgen der globalen Erwärmung annehmen werden. Was passiert mit den Meeresströmungen, wenn durch die Gletscherschmelze die Salzkonzentration in den Ozeanen reduziert wird? Wird Methan und CO2 in großen Mengen freigesetzt, wenn der Permafrost schmilzt?

Das größte Problem ist, dass das Erreichen der sogenannten Kipppunkte im Klimasystem eine Kettenreaktion auslösen könnte, die wir nicht mehr aufhalten können.

Ein Beispiel: Meerwasser nimmt Sonnenlicht besser auf als Eis. Je mehr Eis an den Polkappen schmilzt, desto mehr Wasser gelangt ins Meer. Und desto mehr Sonnenlicht wird demnach aufgenommen. Dadurch wird es wärmer, was wiederum die weitere Eisschmelze „begünstigt“. Und wenn erst die Permafrostböden angegriffen werden, werden riesige Mengen an Kohlenstoff und Methan freigesetzt.

Klimawandel Folgen Permafrost

Bild: Florence D. (Pixabay)

Wir sollten nicht immer vom Worst-Case ausgehen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns jetzt ändern und mit gutem Beispiel voran gehen. Falls Du jetzt sagst: „Wieso? Mein Leben ist doch völlig nachhaltig“. Dann berechne doch mal Deinen CO2 Fußabdruck mit dem WWF-Klimarechner!

Was kann ich tun, um den Klimawandel zu stoppen?

Kommen wir zurück auf das Ergebnis der herrschenden Meinung in der Wissenschaft. Gehen wir also davon aus, dass wir Menschen die Verantwortung für die klimatischen Veränderungen tragen:

Für diesen Fall gibt zahlreiche Maßnahmen, um die dargestellten Klimawandel-Folgen nicht eintreten zu lassen: Dazu gehören auch politisches Engagement und Demonstrationen. Du könntest Dich beispielsweise einer Ortsgruppe von FRIDAYS FOR FUTURE anschließen.

Am besten können wir aber bei unserem eigenen Konsumverhalten anfangen. Wenn wir möglichst wenige Produkte kaufen, die den von Menschen gemachten Treibhauseffekt folgen lassen, wird die Industrie auf lange Sicht auch das Angebot solcher Produkte verringern.

Du hast die Möglichkeit mit wenigen Klicks Deinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Hiermit kannst Du einen wichtigen Beitrag leisten, dass die Folgen des Klimawandels geringer ausfallen:

CO2 Fußabdruck reduzieren

Dies hier sind weitere Maßnahmen, die leicht und ohne Reduzierung Deiner Lebensqualität umsetzbar sind. :

  • Konsumiere möglichst wenig tierische Produkte!
  • Kaufe saisonales Obst und Gemüse!
  • Vermeide es, Lebensmittel wegzuwerfen!
  • Fahr‘ mal öfter mit dem Fahrrad oder der Bahn anstatt mit dem Auto!
  • In den Urlaub kann man auch mit dem Zug fahren. Es müssen nicht immer Flugreisen und Kreuzfahrten sein.
  • Überprüfe einmal die Energieeffizienz Deiner Elektrogeräte (vor allem Kühlschrank, Spül-/Waschmaschine, Herd). Ist es möglicherweise langsam Zeit für einen Tausch?
  • Reduziere alle Lebensmittel zum Mitnehmen (Coffee-to-go, Mittagessen vom Imbiss, etc.)!

Sag‘ mir Deine Meinung!

Ich würde mich freuen, wenn Du ergänzend zu meinem Beitrag einen konstruktiven Kommentar abgeben würdest. Hast Du noch weitere Empfehlungen gegen die Erderwärmung? Dann schreib‘ mir!

Jetzt, da Du die Folgen des Klimawandels kennst, möchtest Du sicher der Sache auf den Grund gehen, was denn die Ursachen für den Klimawandel sind. Lies dazu meinen Beitrag „Klimawandel-Ursachen – Nutztierhaltung ist der Hauptgrund“!

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