Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile absolut modern. Deshalb wird er heutzutage ziemlich inflationär behandelt. Gerade im Zusammenhang mit unserer Umwelt hört man dieses Wort immer wieder. Was damit konkret gemeint ist, verliert dadurch leider mehr und mehr an Bedeutung. Und dennoch: Wir müssen die Frage „Was bedeutet Nachhaltigkeit?“ ganz konkret beantworten! Nur so können wir unserem Anspruch, dass wir nachhaltig leben, gerecht werden.

Definition Nachhaltigkeit

Nachhaltig handeln wir immer dann, wenn sich die Ressourcen, die wir bei unserem Handeln verbrauchen, regenerieren können. Okay, das klingt ziemlich abstrakt. Am besten lässt sich Nachhaltigkeit anhand seiner ursprünglichen Bedeutung aus der Forstwirtschaft erläutern: Es darf nur so viel Holz gefällt werden wie nachwachsen kann.

In der Wissenschaft wurde das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit geprägt. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit soll demnach auch die ökonomische und die soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Das bedeutet, die Gesellschaft soll wirtschaftlich nicht über ihre Verhältnisse und in einem friedlichen Miteinander leben.

Mittlerweile wird „Nachhaltigkeit“ äußerst umgangssprachlich verwendet. So heißt es in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung: „Wer mit anderen teilt oder etwas weitergibt, verhält sich nachhaltig. Denn so muss weniger produziert und angebaut werden. Das spart neben Rohstoffen und anderen Ressourcen auch klimaschädliches CO2 ein.“

Was bedeutet Nachhaltigkeit also wirklich?

was bedeutet nachhaltigkeitGanz offensichtlich kann man die Frage sehr unterschiedlich beantworten. Es hängt davon ab, wen Du fragst. Hier bekommst Du nur drei Antwort-Beispiele:

  • Forstwirt: „Verbrauche nur so viel wie nachwachsen kann!“
  • Wirtschaftswissenschaftler: „Beachte, dass Dein Handeln im Einklang zwischen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft steht!“
  • Presse: „Du lebst nachhaltig, wenn Du teilst!“

Das sind ziemlich unterschiedliche Auffassungen. Meine Empfehlung: Die Antwort auf die Frage „Was bedeutet Nachhaltigkeit“ solltest Du Dir selbst beantworten.

Was ist Nachhaltigkeit aus meiner Sicht?

Ich versuche dazu, meinen gesunden Menschenverstand anzuzapfen. Nachhaltig zu handeln bedeutet vor allem nachhaltig zu konsumieren. Wenn ich ressourcenschonend einkaufe, muss ich zwangsläufig auch ressourcenschonend handeln. Bei allem, was ich tue, stelle ich mir die Frage: Was hat das für langfristige Auswirkungen für unseren Planeten? Zudem lasse ich aber die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit nicht aus den Augen. Dazu gehört insbesondere der Fair Trade Gedanke.

Nachhaltig wohnen

Wenn Du nachhaltig wohnen möchtest, spielt Dein Energieverbrauch die wichtigste Rolle. Beziehst Du also Strom aus Kohlekraftwerken, musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass jede Kilowattstunde etwa 100 mal soviel CO2 freisetzt wie durch Windkraft.

Nutzt Du Streaming-Dienste? Nur ein Bruchteil des dafür erforderlichen Stromverbrauchs spiegelt sich in Deiner eigenen Stromrechnung wieder. Am meisten Energie wird durch Datenleitungen, Zwischenrechner und Server verbraucht. Laut einer Studie aus den USA werden für jedes Gigabyte 7 kg CO2 freigesetzt.

Wie sieht Deine Inneneinrichtung aus? Wie viel besteht aus Kunststoff, wie viel aus Holz? Und wie oft ersetzt Du Deine Möbelstücke? Ob Holz oder Kunststoff: Jeder produzierte Einrichtungsgegenstand stellt einen Ressourcenverbrauch dar.

Zusammengefasst ist es kaum möglich, wirklich nachhaltig zu wohnen. Du solltest aber zumindest versuchen, den Schaden zu begrenzen. Und das geht so:

  • Beziehe Ökostrom und versuche, Deinen Energieverbrauch zu reduzieren!
  • Wenn Du Filme und Musik mehrfach nutzt: Lade sie vorher herunter anstatt sie immer wieder vom Server abzurufen!
  • Falls Du neue Möbel brauchst, schaue auch mal nach Second-Hand-Ware. Jedes Produkt, das nicht neu produziert werden muss, schont die Ressourcen.

Nachhaltige Ernährung

was bedeutet nachhaltigkeitDas Wichtigste vorab: Egal was Du isst und trinkst…es wird immer auf irgendjemanden negativen Einfluss nehmen. Aus meiner Sicht sollten wir das Thema nicht unbedingt zu dogmatisch angehen. Natürlich ist es wichtig, bei der Auswahl seiner Lebensmittel auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Ich denke aber, wir müssen akzeptieren, dass die ultimative umweltfreundliche Ernährung nicht existiert.

Falls Du die Möglichkeit hast, einen großen Teil Deines Bedarfs mit eigenem Obst- und Gemüseanbau zu decken, ist das schon mal eine gute Voraussetzung. Dennoch werden auch Selbstversorger normalerweise nicht vollständig mit den selbst erzeugten Produkten auskommen. Deshalb müssen auch sie hin und wider einkaufen gehen.

Fleischfresser, Pescetarier und Vegetarier

Grundsätzlich steht tierische Ernährung immer im Zusammenhang mit der Erzeugung von Treibhausgasen. Eine Kuh produziert täglich bis zu 300 Liter Methan. Und da Massentierhaltung auch bei Kühen keine Seltenheit ist, hast Du als Konsument tierischer Produkte nicht nur die Klima-, sondern auch die Tierschützer gegen Dich. Letztendlich macht es da keinen wesentlichen Unterschied, ob Du die Tiere isst oder Dich nur auf Milch und Eier beschränkst.

Veganer

Ob Veganer sich nachhaltiger ernähren, lässt zumindest Interpretationsspielraum offen. Denn auch wir Veganer haben Hunger. Deshalb stehen vor allem Soja-Produkte auf der Speisekarte. Damit der weltweite Sojabedarf gedeckt werden kann, müssen entsprechend die Ackerflächen vor allem auf dem amerikanischen Kontinent ausgeweitet werden. Dazu werden riesige Wald- und Savannenflächen umgewandelt.

Am Ende wirst Du durch eine rein pflanzliche Ernährung zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen und Massentierhaltung für die Landwirtschaft unattraktiver machen. Trotzdem verursachst Du an anderer Stelle Umweltprobleme.

Nachhaltige Fortbewegung

Fliegen, Kreuzfahrten, Auto fahren: Das alles wandelt fossile Brennstoffe in CO2 um und ist somit niemals nachhaltig. Auch Elektroautos sind wegen der Produktion und des Recyclings von Lithium-Ionen-Akkus mehr als fragwürdig. Deshalb:

  • Erledige so viel wie möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad!
  • Ansonsten stehen Dir auch Bus und Bahn zur Verfügung. Das gilt übrigens auch für Deine Urlaubsreisen.
  • Mache nur das Nötigste mit dem Auto!

Nachhaltige Bank

Wenn Nachhaltigkeit auch bei Deinen Finanzen an erster Stelle steht, ist Dein Geld bei einer nachhaltigen Bank am besten aufgehoben. Hier kannst Du sicher sein, dass es unter Berücksichtigung ökologisch und sozialer Kriterien angelegt wird. Das bedeutet, dass die Bank z.B. nicht in Kohlekraftwerke investiert.

In unserem kapitalistischen System funktioniert die Wirtschaft nicht ohne Kreditfinanzierungen. Wenn nachhaltige Banken also im Finanzsektor einen größeren Marktanteil beanspruchen, würde das einen wirtschaftlichen Vorteil für ökologisch und sozial wertvolle Unternehmen bedeuten.

Was bedeutet Nachhaltigkeit? – Wie sieht es mit dem Plastikverbrauch aus?

Das Thema „Nachhaltigkeit“ beschränkt sich in seiner Ursprungsbedeutung auf das Verhältnis zwischen Verbrauch und Regeneration von Ressourcen. Plastik wird hauptsächlich aus Erdöl hergestellt. Und da Erdöl ein nicht erneuerbarer Rohstoff ist, können Plastikprodukte bzw. Plastikverpackungen nicht nachhaltig sein.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Du nachhaltig leben willst, vermeide möglichst Produkte, die aus Plastik bestehen oder in Plastik verpackt sind.

Wenn es ein funktionierendes Plastik-Recycling gäbe, so würde dies zumindest einen Beitrag für die Nachhaltigkeit leisten. Wie jedoch das Plastik-Recycling tatsächlich funktioniert, kannst Du meinem Artikel „Plastik Recycling“ entnehmen.

 

 

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