7 Tipps für ein umweltbewusstes Familien-Leben

umweltbewusst leben

Diese Tipps für mehr Nachhaltigkeit kannst Du ganz einfach in das Leben mit Deiner Familie integrieren. Auf den ersten Blick erscheint es nicht immer ganz einfach, im hektischen Alltag den Umweltschutz im Auge zu behalten. Aber mit diesen 7 Tipps wird es Dir und Deinen Kindern leichter fallen, umweltbewusst zu leben.

Ich stelle Dir ausschließlich Maßnahmen vor, bei denen der Aufwand in einem günstigen Verhältnis zum Nutzen für die Umwelt steht. Ein Beispiel: Ich könnte Dir vorschlagen, Dein TV-Gerät immer wieder vom Strom zu trennen, statt es im Standby-Modus laufen zu lassen. Damit würdest Du einen Beitrag für die Umwelt leisten. Nämlich ungefähr 7 Kilowatt pro Jahr. Viel Aufwand für Dich. Wenig Nutzen für die Natur. Bei den Hinweisen in diesem Beitrag will ich Dir helfen, mit wenig Aufwand die Umwelt zu retten.

 

Was bedeutet es, umweltbewusst zu leben?

Kurz und knapp ausgedrückt lebst Du umweltbewusst, wenn Du durch Deinen Lebensstandard das gesamte Erdsystem nicht nachhaltig schädigst.

umweltbewusst leben

Bild: Anja (Pixabay)

Das bedeutet: Die Ressourcen, die uns die Erde bereitstellt, müssen sich regenerieren können. Und die Abfälle (Müll und Treibhausgase), die wir verursachen, müssen abgebaut werden können.

Was die Verschmutzung von Land und Ozeanen betrifft, dürfte es keine Überraschung sein: Wir müssen auf so viel Plastik wie möglich verzichten.

Beim Thema „Treibhausgase“ ist die Angelegenheit schon etwas kniffliger: Denn auch in der Wissenschaft gibt es Auffassungen, die die enorme Freisetzung von Treibhausgasen nicht als Ursache für den Klimawandel ansehen. Aber auch wenn Du diese Meinung vertreten solltest, wirst Du mir Recht geben, dass wir der Umwelt keinen Gefallen damit tun, wenn wir Ressourcen aus dem Erdreich in die Luft blasen.

Was kostet es, umweltbewusst zu leben?

Viele glauben, dass ein umweltfreundliches Leben mit finanziellen und zeitlichen Einschränkungen zusammenhängt. Das stimmt aber nur zum Teil. Denn insgesamt gesehen werde ich Dich davon überzeugen, dass ein nachhaltiges Leben Dir mehr Zeit und Energie bringt und Dich weniger Geld kostet.

1. Reduziere Deinen Konsum

Konsumverzicht ist die Universalformel für die Rettung der Umwelt. Hast Du schon mal Deinen Ökologischen Fußabdruck berechnet? – Mein Ergebnis hat mir gezeigt, dass ich gar nicht so nachhaltig lebe, wie ich es mir gewünscht hätte. Wenn Du und Deine Kinder bereits jetzt umweltbewusst leben, wird Euer Ergebnis geringer ausfallen als der des Durchschnitts. Dennoch leben wir alle immer noch über unsere Verhältnisse.

Und deshalb müssen wir weniger konsumieren: Weniger neu produzierte Ware! Weniger Energie! Weniger Fernreisen! Weniger Wohnfläche!

2. Ernähre Dich hauptsächlich pflanzlich

Wer ist der Hauptverursacher für den Ausstoß von CO2, Methan und Lachgas?

Die Antwort: Die Fleisch- und Milchindustrie! Das glaubst Du nicht? Dann lies meinen Beitrag „Klimawandel-Ursachen – Nutztierhaltung ist der Hauptgrund“.

Du weißt nun, dass die Nutztierhaltung für den überwiegenden Anteil aller freigesetzten Treibhausgase verantwortlich ist. Diese Tatsache einhergehend mit der Tierquälerei war für mich schon Grund genug, Veganer zu werden. Doch bis es dazu gekommen ist, habe ich Jahre gebraucht.

Umweltbewusst leben

Bild: Clker-Free-Vector (Pixabay)

Deshalb ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und zu verinnerlichen, was Du Deiner Umwelt damit antust. Falls Du eine reine Fleischfresser-Familie hast, reduziere den Fleischkonsum anfänglich auf jeden zweiten Tag in der Woche. Vielleicht schafft Ihr es, nach ein paar Monaten komplett auf Fleisch zu verzichten.

Es gibt Alternativen: Vegane bzw. vegetarische Salami, Käse aus Mandelmilch, Soja-Schnitzel, etc. Mittlerweile hat fast jeder Supermarkt eine Kühlregal für pflanzliche Produkte.

Heutzutage haben sogar die fleischverarbeitenden Betriebe den Trend zu pflanzlicher Ernährung erkannt. Nicht nur Gutfried und Rügenwalder haben deshalb ihre Produktpalette um Fleischersatz erweitert. Dadurch ist es meiner Meinung nach sehr einfach geworden, auf Fleisch zu verzichten.

Ob Soja-Hack oder vegetarische Fleischwurst. Ich merke keinen Unterschied zu den Ursprungsvarianten auf der Zunge (vielleicht aber auch, weil ich mich nicht mehr so sehr an den Geschmack von Fleisch erinnere).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Ernährungsweise auch auf den Rest der Familie abfärbt. So finde ich hin und wider noch die Bio-Garnelen und vegetarische Würstchen im Einkaufswagen.

Wenn Du selbst weniger tierische Produkte zu Dir nimmst und Deinen Kindern den Grund dafür erklärst, werden sie weniger tierische Produkte fordern und es verstehen, sobald sie alt genug dafür sind.

Wenn Du noch nicht auf Fleisch, Milch, Eier, Käse oder Joghurt verzichten kannst, dann solltest Du auf jeden Fall Bio-Ware kaufen.

Sei kein Teil des Systems, das den Menschen als Herrscher über alle Lebewesen ansieht. Denn dieses System wird früher oder später scheitern.

3. Wechsle zu ECHTEM Ökostrom

Es gibt Unterschiede zwischen „Ökostrom“ und „ECHTEM Ökostrom“. Energieversorger dürfen ganz legal ihren Strom als „Ökostrom bezeichnen, auch wenn sie ihre Kunden zu 100 % mit Strom aus fossilen Energieträgern beliefern würden. Dazu müssen sie sich lediglich Herkunftsnachweise aus Erneuerbaren Energien erkaufen. Wenn Du Deinen CO2-Fußabdruck wirklich – und nicht nur auf dem Papier – reduzieren willst, musst Du zu einem Stromanbieter wechseln, der „ECHTEN Ökostrom“ liefert!

CO2 FußabdruckDas Schöne an diesem Tipp für ein umweltbewusstes Leben ist, dass er für Deine Familie und Dich so leicht umzusetzen ist. So kannst Du den CO2-Fußabdruck Deines Haushaltes innerhalb von 5 Minuten durch ein paar Mausklicks enorm reduzieren. Alles weitere über „ECHTEN Ökostrom“ erfährst Du in meinem Beitrag. Und wenn Du mit Erdgas heizt, kannst Du auch bequem auf Ökogas umsteigen.

4. Reduziere Deinen Energieverbrauch

Sei Dir aber bitte einer Tatsache bewusst: Erneuerbare Energien richten ohne Frage weniger Umweltschäden an als fossile Brennstoffe. Ganz spurlos geht die Energiebereitstellung aber auch durch regenerative Energien nicht an unserem Planeten vorbei. Du möchtest mehr über Erneuerbare Energien und deren Umweltauswirkungen erfahren? – Lies meine Beiträge zu dem Thema.

Und so kannst Du Deinen Energieverbrauch verringern:

  • Stoßlüften anstatt die Fenster auf Kipp zu stellen reduziert nicht nur die austretende Raumwärme, sondern auch die Anfälligkeit für Schimmelbefall.
  • Stell den Thermostat um ein halbes Grad niedriger ein. Zumindest falls das nicht dazu führt, dass die ganze Familie Gefahr läuft, sich zu erkälten.
  • Erhitze Wasser zum Kochen im Wasserkocher. Das ist energieeffizienter als im Topf auf der Herdplatte.
  • Stelle Deinen Kühlschrank nicht zu kalt ein. 7 Grad Celsius sind ausreichend.
  • Verwende LED-Lampen. Die benötigen nämlich nur etwa 1/5 der Energie. Mach‘ das bitte nur, sobald die herkömmlichen Glühbirnen den Geist aufgegeben haben. Funktionierende Lampen zu entsorgen, wird sich negativ auf die Umweltbilanz auswirken.
  • Bringe Deinen Kindern bei: Licht aus in Räumen, in denen sich niemand aufhält. Die Kinder verinnerlichen diese Regel meistens schneller als man selbst.
  • Dusche nur so lange wie nötig.
  • Falls eines Deiner Elektrogeräte mal nicht mehr funktioniert: Prüfe zunächst, ob es repariert werden kann. Und wenn nicht, kaufe ein neues (oder noch besser qualitativ hochwertiges gebrauchtes) Gerät mit einer hohen Energieeffizienz (A+++)!

Ein wesentlicher Vorteil beim Energiesparen ist neben dem Umweltschutz, dass es sich positiv auf dem Haushaltskonto bemerkbar macht.

5. Reduziere Plastikabfälle

Es ist bedauerlich, dass es in den meisten Städten immer noch sehr wenige Unverpacktläden gibt. Falls Du Zugriff auf einen hast, mache Gebrauch davon!

Ansonsten entscheide Dich bei Deinen Einkäufen immer für die umweltbewusste Variante:

  • Verwende für den Einkauf von Obst und Gemüse Mehrwegbeutel (am besten aus Jute) statt Plastiktüten.
  • Kaufe Getränke und Joghurt am besten in Pfandglas-Behältern statt Tetra Pak oder andere Plastikverpackungen
  • Wenn es schon Plastikverpackungen sein müssen: Achte auf den Recycling-Code. Nicht alle Plastikverpackungen sind nämlich wiederverwertbar. PE-HD (Polyethylen hoher Dichte), PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephtalat) lassen sich recyceln. Andere Kunststoffe eben nicht. Mehr dazu erfährst Du in meinem Artikel „Plastik Recycling – Diese Verpackungen werden wirklich wiederverwertet“.

Ein weiterer Hinweis zur Verringerung von Plastikmüll: Besorge Dir und Deinen Kindern nachhaltige Behältnisse für unterwegs. Wer immer einen Thermobecher für Kaffee togo, eine nachhaltige Flasche oder Brotdose dabei hat, verursacht weniger Müll.

Mehr dazu erfährst Du in diesen Artikeln…

Damit Du Deinen Plastikmüll korrekt entsorgst: Hänge Dir für für ein umweltbewusstes Leben diese Übersicht über Deinem Mülleimer auf!

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Quelle: gruener-punkt.de

Auch wenn wir glauben, intuitiv zu wissen, was recycelt werden kann und was nicht, sind wir uns manchmal doch gar nicht so sicher. Die Recyclingquote des Plastikabfalls liegt EU-weit bei gerade einmal 30 %. Wir können etwas dafür tun, diese Quote zu erhöhen, indem wir richtig entsorgen. Dabei hilft uns diese Übersicht.

6. Lebe auf kleinem Fuß

Die gesellschaftlichen Konventionen impfen uns schon früh den Traum vom Eigenheim ein. Und sobald dieses auch nur ansatzweise finanzierbar ist, stürzen sich die meisten Menschen in ein Baudarlehen über mehrere 100.000 €. Das Motto: „Baue ein Haus, pflanze einen Baum und zeuge ein Kind.“

Diesen Satz müsste man ergänzen um „Lebe über Deine Verhältnisse“. Das trifft oftmals auf die Finanzen zu. Mit Sicherheit kannst Du es aber auf die Umwelt beziehen. Denn mehr Wohnraum bedeutet

  • mehr Versiegelung durch Siedlungs- und Verkehrsflächen,
  • mehr Energieverbrauch und
  • mehr benötigte Baustoffe.

Ganz zu schweigen von viel mehr zeitlichem und finanziellem Aufwand.

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Bild: press and (Pixabay)

Wir benötigen viel weniger Wohnfläche als wir glauben. Und wer weniger besitzt, lebt nicht nur nachhaltiger, sondern auch sorgenfreier. Falls Du bereits für Dich und Deine Familie ein Eigenheim errichtet hast, will ich Dich auf keinen Fall dazu ermuntern auszuziehen. Aber bitte sei Dir bewusst, dass sich Dein Haus bedeutend auf Deinen ökologischen Fußabdruck auswirkt.

7. Lass‘ Dein Auto stehen

Vielen Familien, die umweltbewusst leben wollen, erscheint das Auto als Dreh- und Angelpunkt. Du brauchst es für alle Wege zum Büro, zur Kita oder Schule, zum Einkaufen und zum Sport. Außerdem möchte man mal jemanden besuchen. Und wie soll man bitteschön ohne Auto den Familienurlaub gestalten?

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Bild: OpenClipart-Vectors (Pixabay)

Hier gilt: Jede Fahrt, die Du einsparen kannst, ist ein Beitrag zum Umweltschutz. Ich rate Dir davon ab, Dein Auto sofort zu verkaufen und Dich und den Rest der Familie von heute auf morgen nur noch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.

Tatsächlich kann ich es nachvollziehen, wenn jede Familie ein Auto vor der Tür stehen hat. Zumindest solange das Car-Sharing-System hierzulande noch so unzureichend ist. Wir haben deshalb auch eins. Es gibt immer mal Momente, in denen man dankbar ist, ein Auto zu haben.

Für uns ist das Auto aber schon lange kein Alltagsgegenstand mehr. Es wird nur noch etwa alle zwei Wochen bedient. Zur Arbeit und zur Kita fahren wir mit dem Fahrrad. Einkäufe werden häufiger, aber dafür zu Fuß erledigt. Und wenn das Wetter mal gar nicht mitspielt, benutzen wir Bus und Bahn.

Für Reisen verwenden wir den Gepäckservice der Deutschen Bahn. Damit lassen wir unsere Koffer zur Ferienwohnung liefern und setzen uns genüsslich in ein Kleinkindabteil im Zug. Mit dem Sparpreis-Finder der Bahn kannst Du zudem Deine Kosten reduzieren. Vor Ort mieten wir uns Fahrräder. Die nervenaufreibenden Autofahrten inkl. Stau, Tankstelle, Toilettengang und Geschrei haben wir hinter uns gelassen.

Überlege Dir einfach mal, bei welchen Wegen in Deinem Alltag Du das Auto stehen lassen kannst. Bedenke auch: Wer weniger Auto fährt, tut nicht nur der Umwelt einen gefallen. Er spart Geld und lebt gesünder, weil er sich mehr bewegt.

Es gibt noch so viele Tipps…

Reparieren statt neu beschaffen, Second-Hand Ware kaufen, saisonales Obst und Gemüse kaufen, mikroplastikfreie Kosmetika, Fairtrade-Produkte, Demonstrationen, Stoffwindeln, und und und…

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Bild: B. Dorsey (Pixabay)

Die Aufzählung könnte noch unendlich weiter gehen. Aber mit diesen 7 Maßnahmen können Familien den größten Einfluss auf den Umweltschutz nehmen.

Gibt es aus Deiner Sicht noch wichtigere Stellschrauben, die ich in diesem Beitrag nicht aufgeführt habe? Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen.

 

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